Über politische Stiftungen

Innerhalb der Piratenpartei schwelt schon länger der Konflikt, ob die Gründung und der Unterhalt einer politischen Stiftung sinnvoll und politisch gewollt ist, oder wie die Stiftungen einfach abschaffen wollen. So lange wir nicht vom Souverän dazu ermächtigt werden über das Schicksal der Stiftungen alleine zu entscheiden, fordern wir aber hier natürlich nur heisst Luft. Weniger vage ist die Menge an Geld, dass uns zusteht für eine solche Stiftung. Seitdem wir in vier Bundesländern im Parlament sitzen sind das einige hunderttausend Euro im Jahr.

Nach langem hin und her muss ich sagen, dass ich aus zwei Gründen FÜR die Gründung einer solchen politischen Stiftung bin. Der erste ist Captain Obvious: wenn wir das Geld nicht bekommen, dann fließt es an die anderen Parteistiftungen. Wer am ehesten politische Bildungsveranstaltungen macht, die in unserem Sinn sind kann sich jetzt jeder ausmalen…

Der zweite Grund wiegt aber noch viel stärker: wir sind eine Partei neuen Typs. Vor allem diskutieren wir bundesweit miteinander. Wir benutzen dazu nicht nur mumble, sondern jede Menge Tools und Spielereien, die uns über das Internet verbinden. Wer hier nicht affin ist, der kann kommunale Politik an seinem Stammtisch machen, aber bundesweit mitspielen ist für ihn nicht drin.

Nur Schulungen durch eine Bildungseinrichtung versetzen unsere Mitglieder und interessierte Bürger in die Lage, sich mit den immer wieder aufkommenden neuen technischen Spielereien zurecht zu finden, die wir uns so ausdenken. Ein Beispiel: Nur durch entsprechende Vorkenntnisse über einen Haushalt kann man mit unseren neuartigen Visualisierungen überhaupt etwas anfangen.

Was für die meisten von uns selbstverständlich zu sein scheint, muss ein interessierter Bürger erst lernen. Auch dafür wäre einen politische Stiftung der Piratenpartei zuständig. Das “in die Lage versetzen” normaler Leute, für uns normale Dinge zu erlernen, ist ein Ziel dem wie uns durch eine Stiftung verschreiben sollten. So lange bis diese Stiftung nicht mehr gebraucht wird, weil jeder Bürger die Möglichkeit und das Wissen hat, sich im politischen Prozess mit den neuen Medien, Tools und Möglichkeiten einzubringen.

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Das 1. Fraktionsmumble mit Nico Kern und Grumpy (im Bild und Ton)

Das 1. Fraktionsmumble von Piratenfraktion NRW mit Nico Kern und Marc Grumpy Olejak, moderiert von Ingo Schneider vom 04.02.2013

Das 2. Fraktionsmumble findet am 04.03.2013 statt


Infos zu Fraktions-Mumble (dort könnt ihr eure Fragen für die nächste Sitzung posten):
https://20piraten.piratenpad.de/fraktions-mumble

Was ist Mumble und wie man es nutzt:
http://wiki.piratenpartei.de/Mumble

 

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Rede zum Pflichtexemplargesetz

Am 23.01. hielt ich eine Plenarrede zum Pflichtexemplargesetz. Dies war die abschliessende Debatte dazu, das Gesetz wurde – samt unserer Änderungen – angenommen. Ein schöner Erfolg.

Über Feedback freue ich mich!

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Michele Marsching zu peerblog.de

Der Fall Steinbrück mit peerblog.de zeigt, dass die Nebeneinkünfte der Abgeordneten jederzeit ein wichtiges Thema sind; auch wenn sie ohne direkte Gegenleistung erfolgen. Die Sozialdemokraten selbst fordern die Veröffentlichung der Nebeneinkünfte auf den Cent genau. An dieser Stelle ist nun Steinbrück gefordert. Weiterlesen ›

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Stellenausschreibung

Die Piratenfraktion im Landtag NRW ist eine junge Fraktion aus 20 Landtagsabgeordneten und sucht zur Unterstützung der Parlamentarischen Untersuchungsausschüsse zum Bau- und Liegenschaftsbetrieb und zur WestLB sowie der Enquete-Kommission zur Zukunft der chemischen Industrie in Nordrhein-Westfalen, am Dienstort Düsseldorf zum 01.04.2013 oder früher

 

3 Fraktionsmitarbeiter (Teilzeit / 20 Stunden)

beliebigen Geschlechts

für die Bereiche

Assistenz bzw. Sachbearbeitung Weiterlesen ›

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Drs. 16/1802 Sicherheitslücke auch bei NRW-Ministerien?

Sicherheitslücke auch bei NRW-Ministerien?

Kleine Anfrage 791

Marc Olejak PIRATEN, Drucksache 16/1802, 07.01.2013

Antwort MIK Drucksache 16/2046 06.02.2013

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Landesregierung billigt versteckte Subvention von Atomkraft

Die Landesregierung nimmt versteckte Subventionen von Atomkraft in Nordrhein-Westfalen stillschweigend hin. In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der  Piratenfraktion im Landtag NRW räumt die Landesregierung ein, dass sie ihr Recht auf eine Stellungnahme zur Netzentgeltbefreiung der Urananreicherungsanlage Urenco Deutschland GmbH für ihre Abnahmestelle in Gronau nicht wahrgenommen hat. Weiterlesen ›

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Drs. 16/1823: Einsatz der Lernplattform elis in Justizvollzugsanstalten in NRW

Einsatz der Lernplattform elis in Justizvollzugsanstalten in NRW

Kleine Anfrage 795

Birgit Rydlewski PIRATEN Drucksache 16/1823 09.01.2013

Antwort JM Drucksache 16/795 06.02.2013

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Drs. 16/1860: Verbot und Entziehung der Gemeinnützigkeit von Vereinen

Verbot und Entziehung der Gemeinnützigkeit von Vereinen

Kleine Anfrage 807

Birgit Rydlewski und Daniel Schwerd PIRATEN

Drucksache 16/1860

09.01.2013

Antwort FM Drucksache 16/2048 05.02.2013

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“Kommt ein Schiff geladen …” – das Flaggschiff der EU oder die Hybris einiger Hirnforscher

Gastbeitrag von Eberhard von Goldammer

Haben wir nicht schon Ende der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als die neuronalen Netzwerke zum zweiten Mal in Mode kamen (für die Jüngeren: es gab in den USA diese Bewegung früher schon einmal, nämlich in den 50er und frühen 60er Jahren), in großen Tönen gehört, dass die Computer – basierend auf den wieder entdeckten netzwerkartigen neuronalen Strukturen – demnächst nicht nur die bis dahin relativ erfolglose KI-Forschung, sondern die gesamte Computer-Welt revolutionieren werden?

Wer also schon vor ca. 20-25 Jahren diese Versprechungen gehört hat, der kann sich heute nur wundern, wenn er von den Plänen der europäischen Flaggschiff-Initiative hört und/oder liest, dem so genannten “Human Brain Project” [1] (abgekürzt: HBP). Nahezu alles, was in dieser Flaggschiff-Initiative angekündigt und versprochen wird – jedenfalls was die Künstlichen-Neuronalen-Netzwerkstrukturen und ihre Bedeutung für die KI-Forschung anbelangt –, sollte es eigentlich, wenn man an die großen Worte einzelner Protagonisten der 80er und 90er Jahre zurück denkt, längst geben.

Heute soll alles – offensichtlich viel gründlicher – noch einmal erforscht werden und zwar im Stil industriell-organisierter Forschung. D.h. alles, was den Protagonisten von heute an eigenen grauen Hirnzellen fehlt, soll nun im HBP mit viel Geld – ca. einer Milliarde Euro auf 10 Jahre verteilt, also mit einem gewaltigen Maschinenpark (fMRT, Supercomputer, etc.) sowie einer Heerschar von Messknechten, also Diplomanden und Doktoranden, die diese Maschinen bedienen – ausgeglichen werden.

Von den konzeptionellen – sehr grundsätzlichen – Problemen hört oder liest man allerdings nicht viel, um nicht zu sagen, man hört und liest in den Ankündigungen dieser Initiative nichts.

Eines dieser grundlegenden, bis heute nicht verstandenen Probleme ist das dialektische Wechselspiel analog-digitaler Prozesse in den Gehirnen lebender Organismen. Es ist nämlich nicht so einfach, wie manche vielleicht annehmen, dass ein neuronaler Prozess entweder digital oder analog – also sequentiell – abläuft, sondern dieser Prozess ist “weder digital noch analog UND sowohl digital als auch analog”; – wie eine derartige Prozessstruktur aussehen soll, darüber erfährt man in den vorgestellten Projektbeschreibungen natürlich nichts, außer, dass es sich um neuromorphe Rechnerarchitekturen handeln soll, die man entwickeln will; – das eigentliche, das konzeptionelle Problem wird nirgends thematisiert – im Gegensatz zu den Altvorderen, nämlich den Kybernetikern der 40er und 50er Jahre, die sich darüber noch Gedanken gemacht haben — siehe: Dokumentation über die Macy-Conferences [2] 1946-1953: Cybernetics – Kybernetik, herausgegeben von Claus Pias; aber auch Gregory Bateson, in: Steps to an Ecology of Mind, 1972. Heute wird dieses Problem einfach verdrängt, das ist auch eine Lösung, jedenfalls dann, wenn es darum geht, große Summen an Forschungsgeldern einzuwerben.

Ein anderes Problem, welches damit zusammenhängt, wird bereits 1720 von dem Urahn der heutigen Computer Gottfried Wilhelm Leibniz [3] gesehen, der in seiner Monadologie [4] (Meiner Verlag, 2002, S. 117) schreibt:

“Man muss im übrigen eingestehen, dass die Perzeption und was davon abhängt, durch mechanische Gründe, d.h. durch Gestalten und durch Bewegungen unerklär­bar ist. Wollte man vorgeben, dass es eine Maschine gäbe, deren Struktur Denken, Empfinden und Perzep­tionen haben lässt, könnte man dies unter Bewahrung derselben Proportionen vergrö­ßert begreifen, so dass man in sie wie in eine Mühle hin­eintreten könnte. Dies gesetzt, würde man beim Besuch im Inneren nur ein­ander stoßende Teile finden, niemals aber etwas, was eine Perzeption erklärt.”

Konzeptionell hat sich an dem heutigen Computer und der mechanischen Rechenmaschine [5], die Leibniz um 1670 herum gebaut hat, nicht viel verändert. Anstelle von “Zahn und Lücke” ist heute im Zeitalter der Elektronik lediglich “Schalter-ein und Schalter-aus” bzw. “Spannung-ein und Spannung-aus” geworden – ein Vorgang, den Leibniz abstrakt in “De progressione Dyadica” [6] (1679) oder “Explication de l’Arithmetique Binaire” [7] (1703) als binäre Algebra in die abendländische Kultur einführt (siehe auch: Wikipedia [8]).

Heute werden uns von diesen HBP-Forschern des “Human-Brain-Projects” neuromorphe Rechner angekündigt – ein Konzept, das aus den bildgebenden Verfahren – einer Klötzchen- oder Pixelzähl-Veranstaltung gepaart mit schlechter Hermeneutik – resultiert; ein Konzept, mit dem diese Yuppie-Forscher den Maschinen nun endlich Bewusstsein einhauchen wollen – GoLem [9,10] lässt grüßen.

Soweit Eberhard von Goldammer,

das aktuelle Fördergeschehen der EU setzt auf das, was Felix Hasler in seinem aktuellen Buch “Neuromythologie” schreibt, noch kräftig einen drauf.
Vielleicht lässt sich bald vom Hirntod einiger Hirnforscher sprechen.

Liebe Grüße,
Nick H. aka Joachim Paul

Weitere Artikel zum Human-Brain-Project

1) The Human Brain Project ­ HBP
http://www.humanbrainproject.eu/index.html
2) Der Spiegel 6/2013 Seite 104: Johann Grolle, Aufruf zur Verschwendung
3) Tagesanzeiger (www.tagesanzeiger.ch): Ein Reisender durch den Kosmos des Gehirns
http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Ein-Reisender-durch-den-Kosmos-des-menschlichen-Gehirns/story/22161837
4) Bild der Wissenschaft online 5/2012, Seite 40: Markrams Milliardenspiel
http://www.bild-der-wissenschaft.de/bdw/bdwlive/heftarchiv/index2.php?object_id=32973047
alternativ: Focus online
http://www.focus.de/wissen/bild-der-wissenschaft/tid-25520/hirnforschung-markrams-milliardenspiel_aid_738815.html

Im Text verlinkte Quellen

[1] The Human Brain Project ­ HBP
http://www.humanbrainproject.eu/index.html
[2] Dokumentation zu den Macy Conferences 1946-1953
http://www.asc-cybernetics.org/foundations/history/MacySummary.htm
[3] Gottfried Wilhelm Leibniz
http://de.wikipedia.org/wiki/Gottfried_Wilhelm_Leibniz
[4] Monadologie
http://de.wikipedia.org/wiki/Monadologie
[5] Rechenmaschine
http://de.wikipedia.org/wiki/Rechenmaschine
[6] De progressione Dyadica
http://www.leibniz-translations.com/binary.htm
[7] Explication de l’Arithmetique Binaire
http://ads.ccsd.cnrs.fr/docs/00/10/47/81/PDF/p85_89_vol3483m.pdf
[8] Gottfried Wilhelm Leibniz – siehe [3]
http://de.wikipedia.org/wiki/Gottfried_Wilhelm_Leibniz
[9] Golem
http://de.wikipedia.org/wiki/Golem
[10] Stanislaw Lem
http://de.wikipedia.org/wiki/Stanislaw_Lem

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