Wen juckt schon so ein Koalitionsvertrag?

Am heutigen Tag stand die Beratung unseres Antrags

“Keine Bildung ist viel zu teuer!” – Beitragsfreie Kinderbetreuung in das neue Kinderbildungsgesetz aufnehmen!”

im Ausschuss für Familie, Kinder und Jugend des Landtags NRW auf dem Programm.

In diesem Antrag geht es zum einen um unsere klaren familienpolitischen Ziele als Partei – u. a. gebührenfreie Bildung – und zum anderen um die Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag zwischen SPD und Bündnis90/Die Grünen. Dort steht auf Seite 13:

Wir müssen allen Kindern die Chance geben, ihre Talente und Potenziale zu entfalten. Unsere Gesellschaft, aber auch der
Wirtschaftsstandort NRW, sind auf Ideen und Kreativität angewiesen. Deshalb müssen wir mehr junge Menschen zu besseren
Abschlüssen bringen. Damit dies gelingt, muss die Förderung früh beginnen. Wir dürfen kein Kind mehr zurücklassen. Daher ist
für uns klar: Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein. Wir werden schrittweise die Elternbeitragsfreiheit in
den Kindertageseinrichtungen einführen.

Nun denn. Der parlamentarische Laie würde nun sagen: Das ist ja weitgehend deckungsgleich. Im tatsächlichen parlamentarischen Leben ist das alles aber etwas anders. In der heutigen SItzung wurde speziell von Rot/Grün nochmal deutlich herausgestellt, dass die Koalition selbstverständlich hinter diesem Ziel stehe. Aber: es sei kein Geld da.

Nun … jetzt könnten wir hier trefflich darüber streiten, ob Chancengerechtigkeit tatsächlich einen so gerinen Stellenwert hat, als dass dafür kein Geld zur Verfügung stünde. Wir könnten auch darüber diskutieren, wie hoch der finanzielle Schaden ist, wenn Kindern gute Bildung vorenthalten wird. Darum geht es im vorliegenden Antrag aber nicht:

III. Der Landtag fordert die Landesregierung auf,
a) zu prüfen unter welchen Umständen und in welchem Zeitraum beitragsfreie Kinderbetreuung zu realisieren ist.
b) Die Schritte zu beitragsfreier frühkindlicher Bildung aufgrund der oben genannten Prüfung im nachfolgenden Kinderbildungsgesetz festzuschreiben.

Lesen, nachdenken, verstehen ggf. fragen, liebe Kolleginnen und Kollegen! Uns geht es nicht darum, die Beitragsfreiheit 2014 einzuführen. Wir wollen lediglich, dass dieses Ziel ernsthaft angegangen wird. Alle anderen vier Fraktionen sehen das offenbar anders. Bei Rot/Grün reicht es wohl, den Wunschzettel im Koalitionsvertrag aufzumachen, was davon umgesetzt wird, ist dann am Ende offenbar nebensächlich.

Auch auf meine Nachfrage, was konkret gegen einen Prüfauftrag an die Landesregierung spreche und was einer gesetzlichen Festschreibung des Ziels entgegenspricht, gab es keine Antwort. Argumente gegen unseren Antrag? Fehlanzeige! Es nervt. So richtig. Sachorientierte Entscheidungen finden in diesem Landtag nicht statt. Es geht ausschließlich um Parteiproporz und darum, den anderen schlecht aussehen zu lassen. Steht der falsche Absender auf dem Antrag, wird abgelehnt. Da nützt es auch nichts, im Ausschuss seinen Willen zu Beitragsfreiheit zu betonen aber eben nicht entsprechend zu handeln.

Ich habe es schon mehrfach gesagt und heute hat es sich wieder bewahrheitet: Wenn die anderen vier Fraktionen geschlossen gegen unsere Anträge stimmen, zeigt das, dass wir offenbar richtig lagen und an der richtigen Stelle den Finger in die Wunde gelegt haben. Auch dafür braucht es PIRATEN in den Parlamenten – mich jedenfalls motivieren diese Debatten und Abstimmungen zusätzlich und fordern mich heraus. Mal sehen, wie lange dieses System so noch bestehen bleiben kann.

In der Sache bleibt es also spannend. Die brennenden Fragen:

  • Gelingt es der SPD in den Koalitionsverhandlungen mit der CDU auf Bundesebene, den oft zitierten Finanzierungsbedarf für Qualitätsausbau und Beitragsfreiheit zu realisieren?
  • Wie bewertet der Wähler 2017 die nicht realisierten Forderungen aus einem Koalitionsvertrag?
  • Wie will Rot/Grün diesen Aspekt des Koalitionsvertrages jemals umsetzen, wenn sie noch nicht einmal die Möglichkeiten prüfen lassen möchten?

Die erste Frage bekommen wir sicher schon bald beantwortet – große Chancen auf ein optimales Ergebnis sehe ich da allerdings nicht. Und: Wenn schon der Koalitionsvertrag auf Landesebene nicht realisiert wird, welche Bedeutung spielt ein Koalitionsvertrag dann auf Bundesebene? Ist so ein Koalitionsvertrag überhaupt das Papier wert, auf dem es gedruck wurde?

Die beiden weiteren Fragen werden uns dann in den kommenden Monaten und Jahren weiter begleiten. Unser Auftrag als Oppositionspartei wird es dabei sein, die Landesregierung zu treiben und vor allem aufzeigen, in welchen Punkten die Versprechen nicht eingelöst wurden.

to be continued.

 

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Frank Herrmann über die Regierungspläne zu Maut- und Vorratsdatenspeicherung

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Finger weg von der Vorratsdatenspeicherung!

Wir sind entsetzt! Schon wieder ist die Vorratsdatenspeicherung ein Thema – diesmal bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin. Dieser massive Angriff auf die Freiheitsrechte der Bürger muss aufhören.

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Zeitlich räumlicher Zwiespalt: OpenRheinRuhr und FSCONS 2013

Es gibt ja so Wochenenden, da möchte man sich mindestens halbieren – das kommende Wochenende (also vom 9.11. bis 10.11.2013) ist wieder so eines – aber die Würfel sind gefallen…

Quelle: http://openrheinruhr.de/images/Logo_128x128.png

OpenRheinRuhr 2013 – Ein Pott voll Software

Im Rheinischen Industriemuseum in Oberhausen findet, nachdem es vergangenes Jahr aus organisatorischen Gründen leider nicht geklappt hatte, unter dem Motto „Ein Pott voll Software“ die OpenRheinRuhr des Vereins wieder statt. Der Untertitel mit der Software wird der Veranstaltung aber meines Erachtens nach nicht mehr so wirklich gerecht. Die anstehenden Vorträge, die Referenten, auch die vertretenen Unternehmen und vor allem auch die NGO (Nichtregierungsorganisationen) sind nicht nur für Nerds interessant. Geneigte Standardanwender, die eventuell auch seit diesem NSA-Gebrummsel überlegen, sich mal Linux anzuschauen, können sich z.B. den Vortrag „Linux nutzen? Ja, nein, vielleicht doch…“ von Birgit Hücking anschauen. Die einzelnen Beiträge sind auch sauber kategorisiert, z.B. für „Endbenutzer“ und „Freies Wissen„.

Der Preis für das Ticket der ORR13, welches für beide Tage gilt, liegt bei 5€. Aktuelles in den freien sozialen Netzen zur #ORR13 findet sich auch bei @openrheinruhr. Wer an diesem Wochenende irgendwas mit „Open“ suchen sollte – HIN!

FSCONS 2013 - Semantics of Freedom

FSCONS 2013 – Semantics of Freedom (ohne Lizenzangaben)

Im schwedischen Göteborg findet parallel die FSCONS13 statt. Zielsetzung und Ausrichtung sind eigentlich mit der OpenRheinRuhr gleichsetzbar – mit dem minimalen Unterschied, dass hier die Leute aus ganz Skandinavien zusammenkommen; Island gehört aus Sicht der Skandinavier übrigens auch dazu. Da mich im Laufe der vergangenen Jahre immer wieder Einzelne gefragt hatten, ob ich auch dort mal aufschlagen möchte, habe ich mich dieses Jahr wie bereits schon erwähnt für den Besuch der FSCONS entschieden.

Bei den Vorträgen gibt es ärgerlicherweise auch natürlich wieder Überschneidungen, sodass ich mir im Vorfeld die Zeit genommen habe, und aus dem großen Kalender meine Lieblingspanels als Kalenderdatei im .ics-Format zusammengestellt habe.

 

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Hanns-Jörg Rohwedder zu Offenlegung des Gutachtens über NewPark

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